Freitag, 18. März 2016

Der Trafikant

Vor einigen Wochen lud ich liebe Gäste ein, die mir als Gastgeschenk ein Buch von meinem Wunschzettel mitbrachten. Das fand ich total lieb von ihnen! :-)



Der Autor, Robert Seethaler, führt uns nach Wien, zurück in die Jahre 1937/38.
Ein 17-jähriger Bub verläßt seine Heimat am Attersee und geht, auf Wunsch der Mutter, einem Wiener Kriegsversehrten, in seiner Trafik zur Hand. Hier lernt er Siegmund Freud persönlich kennen und die Beiden freunden sich, trotz des großen Altersunterschiedes, an. Franz braucht guten Rat in Liebesdingen, denn er hat sich zum ersten Mal verliebt.
Was diesem Trafikant "zustößt", weil er ein Judenfreund ist und dem Franz, weil er sich als Freund des Trafikanten erweist, das mußte ich leider lesen. Wenn ich solche Bücher, über das ungeheuere Unrecht, das in dieser Zeit über die Aufrechten hereinbrach lese, läuft es mir kalt den Rücken runter. 
Ich kann euch das Buch, mit dem Gedanken "wehret den Anfängen" sehr empfehlen.

Montag, 14. März 2016

"Die Manns"

von Tilmann Lahme
ungekürzt gelesen von
Christian Baumann 

In den letzten Wochen gönnte ich mir 16 Hörstunden, in denen ich in die Familiengeschichte dieser "amazing Family" eintauchte. Der Autor Tilmann Lahme stellt dem Leser/Hörer die einzelnen Familienmitglieder vor, indem er den Briefwechsel, den sie führten, zu Grunde legt. Diese Briefe ermöglichen einem einen einfühlsamen Zugang zu den Personen. Der Autor setzt die äußeren Umstände und die Zeitgeschichte als Bindeglied dazwischen, so dass man einen näheren Zugang zum Denken und Fühlen, der Mitglieder der Familie Mann, bekommen kann. Man lernt die verschiedenen Personen mit ihren charakterlichen Eigenschaften und ihren sexuellen Präferenzen kennen. 

Wenn ich bedenke, wie diese Kinder zwar im Wohlstand, aber mit der Distanz und Gefühlskälte ihres Vaters aufwuchsen. Dass sie kaum eine Chance hatten, ihren eigenen Weg im Leben zu gehen, ohne immer als "das Kind von Thomas Mann" angekündigt zu werden. 

Wenn ich dem gegenüber stelle, wie einige der Kinder, auch noch als Erwachsene, ihre Mutter in ihren Briefen immer wieder um große Geldbeträge anbettelten und es geradezu erwarteten, dass ihnen geholfen würde. 
Für mich waren das Schmarotzer! Aber, wer hat sie dazu gemacht? Wer hat dieses Verhalten unterstützt? 

Es ist sehr traurig, wie viel Unglück sich in dieser Familie angehäuft hat. 
Wenn man bedenkt, in welchen Zeiten die Manns gelebt haben. Wie die politischen Verhältnisse die Familie auseinander gerissen haben. Das ist sehr traurig. Dieses Buch zeigt deutlich den Aufstieg und Fall dieser "amazing Family".

Ich kann das Buch empfehlen, wenn man noch nichts von dieser Familie weiß, oder auch vielleicht noch das Eine oder Andere erfahren möchte. 

Christian Baumann hat mich mit seiner Stimme sehr angenehm durch die Hörzeit von 16 Stunden geleitet. 

Also, von mir gibt es ein *daumenhoch* für dieses Buch und Hörbuch.

Mittwoch, 2. März 2016

"Das Schiff des Theseus" das Ende

Es ist geschafft. 
:-)


Letzte Nacht beendete ich mein Projekt, "Das Schiff des Theseus". Dieses Buch ist eine echte Herausforderung für den Leser. Ich bin mir sicher, dass ihr so ein Buch noch nicht gelesen und euch erarbeitet habt. 
Wie viele Seiten habe ich vollgeschrieben, um nur ja kein Detail zu übersehen?!
Ständig ergaben sich neue Fragen und taten sich weitere Gedankenwege auf.
Welchen Informationen kann ich trauen? Wer verhält sich wie und warum. Mir war immer klar, dass ich irgendetwas übersehen würde oder einer Info nicht die rechte Bedeutung beimessen würde. In diesem Fall musste ich einfach "auf Lücke setzen". ;-)
An dieser Stelle gebe ich gerne zu, dass ich zum Schluss ein Hilfsangebot annahm, das mir weiterhalf. Herzlichen Dank dafür. :-)

Heute nahm ich mir die Zeit, einzelne Stellen im Buch noch einmal nachzulesen, bevor ich "S." wieder in den Ursprungszustand (soweit das möglich ist) zurück versetzte. Ich entfernte die Klebezettel,

sortierte die losen Einlagen wieder genau dort ein, 
wo ich sie vor Wochen vorfand



und stellte das Buch wieder zurück in seinen Schuber.
 
Jetzt stehe ich vor der Frage, wo "Das Schiff des Theseus" seinen Ehrenplatz in meinem Bücherregal finden wird.

Auch auf diese Frage werde ich eine Antwort finden.
:-)
P.S.
Es hat mich gefreut, dass ihr mich auf meinem langen Leseweg begleite habt. 
Lieben Dank dafür. :-)